Wald macht schlau

Unsere Erstklässler lernen ein Schulhalbjahr an einem festen Tag der Woche an der frischen Luft.

Seit dem Schuljahr 20/ 21 führen wir unser Projekt „Wald macht schlau“ durch. In Kooperation mit dem Schulbiologiezentrum nutzen wir den südlichen Wald der Freiluftschule als grünes Klassenzimmer.
Den Weg dorthin legen wir zu Fuß zurück und nutzen die Gelegenheit, um „Fußgänger-Profis“ zu werden.

Die meisten Kinder im Grundschulalter verfügen über einen hohen Bewegungsdrang und haben ein einfühlsames Interesse an kleinen Tieren und Pflanzen.
Der Wald als Klassenraum bietet unzählige Möglichkeiten zur Förderung von Umweltbewusstsein, Motorik, Gesundheit, Lern- und Sozialkompetenz.

In der Natur erwerben die Kinder Kenntnisse in allen Bereichen des Lehrplans. Dazu zählen nicht nur die Inhalte des Sachunterrichts, sondern auch des Mathematik-, Deutsch-, Sport- und Kunstunterrichts.
Plötzlich sind Plus- und Minusaufgaben nicht abstrakte Aufgaben aus dem Mathebuch, sondern ergeben sich aus der Frage, wie viele Kastanien wir gesammelt haben und wie viele noch übrig sind, wenn wir welche abgeben.
Szenen aus Märchen werden nachgespielt. Ein Mandala wird nicht auf Papier gemalt, sondern aus Naturmaterialien gelegt.

Begleitet wird das Projekt von der Klassenlehrerin und einer Förderschullehrerin. Unser Ziel ist, die Schulklasse zu einer vertrauten Gemeinschaft zu entwickeln, in der jeder in seiner Unterschiedlichkeit geschätzt wird. Die persönlichen Bindungen zu MitschülerInnen und LehrerInnen sind Voraussetzung für eine positive Entwicklung. Das Lernen im Wald bietet die Chance, diese Beziehungen besonders wachsen zu lassen.

„Das Hinausgehen ist ein neuer Schlüssel zur Intensivierung der Bildung, die gewöhnlich in der Schule vermittelt wird.
Keine Beschreibung, kein Bild irgendeines Buches können das wirkliche Sehen der Bäume in einem Wald
mit dem ganzen Leben, das sich um sie herum, abspielt, ersetzen.“

Maria Montessori: „Von der Kindheit zur Jugend“