Was ist das, eine Verbindungsbrücke?

Vielleicht fragen Sie sich, was sind das für Verbindungsbrücken, von denen in der Schule die Rede ist? Werden in der Schule bauliche Maßnahmen durchgeführt? Nein!

Es wird nicht gebaut, sondern viel mehr verbunden, was getrennt wurde.

Die Schüler*innen und auch die Lehrkräfte haben durch die Teilung der Klassen in A und B Gruppen Trennungen und Einschnitte in ihrem schulischen Alltag erfahren. Dies lässt sich nicht ignorieren! Diese Teilung ist allen Beteiligten nicht leicht gefallen. Sie stellt einen Verlust einer Klassenhälfte dar. Zwei Hälften wurden getrennt, die teilweise schon über mehrere Jahre miteinander vertraut waren. Die Kinder fragten sich: Plötzlich sitzt mein*e Freund*in nicht mehr mit mir in einem Klassenraum. Wann sehe ich sie/ihn wieder? Wie geht es ihr/ihm? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen Kinder in ihrem aktuellen Schulalltag.

Was sind das für Gefühle und Unsicherheiten, die diese Trennung mit sich bringt? Wie kann den Kindern in dieser Situation mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen entsprochen werden?

Die Schulsozialarbeit hat eine Verbindungsbrücke von der Gruppe A zur Gruppe B „gebaut“. Dabei handelt es sich um ein Plakat mit einer Brücke. Auf der einen Seiten der Brücke befindet sich ein Faschingsfoto der Gruppe A und auf der anderen Seite der Gruppe B. Mit dem Plakat wurden keine direkten Brücken gebaut, aber Verbindungsmöglichkeiten durch die symbolische „Verbindungsbrücke“ und den Postfächern der Gruppe A und B auf dem Plakat, geschaffen. Mit den Kindern wurde gemeinsam die ungewollte, aber notwendige Trennungssituation besprochen und wurden Ideen gesammelt, wie sie Verbindungen pflegen können.

Es gab viele Ideen, wie zum Beispiel:
– Briefe schreiben
– etwas basteln oder malen
– anonyme Ratebriefe oder Rätsel und Quizfragen für die andere Gruppe zu schreiben

Dabei ließen sich strahlende Kinderaugen beobachten und die Motivation, sofort etwas schreiben, basteln oder malen zu wollen, war sofort da. Eine erste Klasse malte Bilder mit vielen leckeren Süßigkeiten, als eine liebe Geste für die Kinder aus der anderen Gruppe. Es gab auch, neben vielen Einzelbriefen, Gruppenbriefe, viele Papierflieger und Bilder. Es ließen sich Sätze vernehmen wie „Das mache ich für meinen besten Freund!“, „Ich frage, ob wir mal telefonieren wollen?“, „Sag unbedingt der anderen Gruppe, dass wir die beste Klasse der Welt sind!“, „Haltet durch und bleibt gesund, bis wir uns wiedersehen!“.

Es wurden selbstverständlich auch die Kinder mitberücksichtigt, welche ausschließlich im Homeschooling sind. Sie bekamen einen eigenen Postkasten.